Die Musik

Wie kann man eine Musik beschreiben?
Am Besten, man bekommt sie vorgespielt.
Dazu gibt es die Seite: Musikbeispiele.

Wer dazu trotzdem noch Worte braucht findet davon genügend (?) auf den Seiten:
Die Musik
Begriffs-Klärung? und
Spiel-Technik

speziell zur afrikanischen Musik kann ich auch meine Webseite:
http://www.tamana.de/Die-Musik-der-Djembe.html empfehlen
und zur Begriffsklärung und sonstigen rhythmischen Phänomenen auch meine Webseite
www.abenteuer-rhythmus.de

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Die Musik der Djembe
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In West-Afrika, hauptsächlich in den Ländern Republik Guinea, Mali, Senegal und Elfenbeinküste ist die Djembe beheimatet.

Sie begleitet die meisten Feste, auf denen getanzt wird, oder eine Maske erscheint.

Die Masken, die von einem Mann getragen werden, verkörpern Geist/Wesen, die eine bestimmte Rolle im Leben der Menschen dort spielen.

Bei allen Gelegenheiten, zu denen Trommeln spielen, fällt ihnen die Rolle der Begleitung, Untermalung und Unterstützung zu. Bis auf den Solisten spielen alle eine durchgehende Begleitstimme, manche mit und manche ohne Variationen. Der Solist steuert massgeblich den musikalischen Ablauf, aber auch verschiedene Begleittrommeln können sich daran beteiligen. Doch die Musik ist immer dem restlichen Geschehen untergeordnet, und ohne dass es einen konkreten Anlass gibt, wird in der Regel auch gar nicht getrommelt. Früher war es sogar so, dass die Instrumente in einer bestimmten Hütte eingeschlossen wurden, und nur zu einem Festgeschehen, in einer separaten Prozession, mit eigenständiger Musik, abgeholt und zum Festplatz gebracht wurden.

Bei den Maninka (Malinke) beginnen die Feste zu denen getanzt wird so, dass die Trommler sich erst einmal warm spielen. Kinder kommen zahlreich dazu, tanzen und haben ihren Spass. In der Regel kopieren sie dabei den Tanz-Stil der Erwachsenen. Das eigentliche Festgeschehen wird dann von den Jeli (franz.Griot, die traditionellen Sänger, Geschichtenerzähler und Historiker in Westafrika) geleitet, die ein Lied beginnen, dessen Inhalt auf das Ereignis Bezug nimmt. Die Trommeln nehmen den dazu gehörenden Rhythmus auf, und die ersten Tanzfreudigen springen in den inneren freien Kreis, tanzen kurz und heftig und reihen sich wieder in die Menge der Zuschauer, die um den freien Platz herumstehen oder sitzen. Tanzt jemand, erhöhen die Trommeln das Energieniveau. Dieses Ereignis wird deshalb échauffement (französisch: Aufheizung, Erwärmung) genannt. Manche Trommeln haben spezielle Variationen dafür, und verschieden Wendungen zum Beginn und zum Ende der Variation. ("echauffement Figuren"). Für die verschiedenen Feste gibt es verschieden Orte, Beteiligte, Rhythmen, Lieder und Tänze.
Ortsbestimmung
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Wir sagen: "afrikanische Rhythmen". Das ist ungefähr so deutlich wie: "europäische Sprachen".

Ich beschäftige mich hauptsächlich mit der Trommel-Musik aus einer winzig kleine Ecke Westafrikas, der Republik Guinea.
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Hier leben die Maninka (von den Franzosen "Malinké" genannt, im Englisch sprachigen Raum oft auch als Mande bezeichnet). Sie haben eine extrem faszinierende Trommel-Musik entwickelt, die sich inzwischen über den ganzen Erdball ausgebreitet hat. Mehr zu den Maninka auf meiner Webseite: http://www.tamana.de/Das-Land/Malinke.html und zu ihrer Musik: http://www.tamana.de/Die-Musik-der-Djembe.html .

Das Instrumentarium einesTrommel Ensemble besteht aus mindestens einer Djembe und in der Regel aus mindestens einer Bass-Trommel. Das ist regional unterschiedlich. In den Regionen (Hamanh und G`beredou (in etwa zwischen Labe und Kankan)
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wird meist auf 3 Bass-Trommeln (Dunun: Dununba, Sangbañ und Kencedeni) und auf 2 - 3 Djembes (1 -2 Begleit-Djembes und ein Solist). Das hängt mitunter auch davon ab, wie viele Instrumente und wie viele Spieler aktuell da sind und spielen wollen (können, dürfen). Die Bass-Trommeln werden in der Regel nicht gedoppelt; es können aber durchaus mehr Djembe Spieler aktiv sein, die dann verschiedene Grundstimmen / Grundryhthmen / Begleitrhythmen spielen und sich als Solist abwechseln.
Wir sagen die „Rhythmen“
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Rhythmen werden nicht immer von Trommeln gespielt - aber oft. Was Trommeln spielen wird oft Rhythmus oder Rhythmen genannt. Ich habe Trommel-Musik aus Westafrika oft derart melodisch empfunden und tue das immer noch, dass mir der Begriff Rhythmus/Rhythmen oft zu eindimensional ist.

Die Musik, die Trommeln machen, ist auf jeden Fall stark rhythmisch geprägt. Aber wo ist die Grenze zwischen Rhythmus und Melodie.......

Siehe auch: Spieltechnik: Rhythmus oder Melodie ?
Höre auch: Musikbeispiele: Rhythmus oder Melodie? Die 3 Bass Trommeln, Dibon

Um in meinen Texten verständlich zu bleiben, werde ich aber weiterhin den Begriff Rhythmen benutzen, auch wenn ich jedes mal bei mir denke "Melo-Rhythmen" So eine Art Hybrid aus Melodie und Rhythmus.
Echtes Team-Work
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Nehmen wir einfach mal ein vollständiges Trommel Ensemble aus der Kernregion der Malinke Kultur (Hamnah, Gberedou).
Dann haben wir:

eine Dununba mit Glocke
eine Sangbañ mit Glocke
eine Kencedeni mit Glocke
ein bis zwei Begleit-Djembe
und einen Djembe Solisten

Höre auch Musik - Musikbeispiele - Melodische Zusammenarbeit der Instrumente

Jeder Spieler spielt seine Grundfigur (je nachdem, was gerade gespielt wird). Manche Grundfiguren dürfen variiert werden. Die Variationen sind aber nicht frei, genauso wenig wie ein Solist frei ist. Variationen entstehen aus der melodischen Aussage des jeweiligen Rhythmus (Melo-Rhythmus). Das bedeutet, sie vertreten immer noch die Grundfigur, jedoch abgewandelt (meist bildet sich in einem Dorf ein bestimmtes Repertoire, das stillschweigend "von allen abgesegnet" ist). (Also: aus einem Walzer wird nicht plötzlich ein Foxtrott). Wie viel Spielraum jeder Musiker hat, entscheidet die Gemeinschaft aller Beteiligten. Musiker, Tänzer, Zuschauer, eben alle. Neue Bestandteile müssen sehr stimmig in das Ganze hineinpassen, damit sie aufgenommen werden.

Und selbst "abgesegnete Variationen" haben in der Regel bestimmte Momente im Gesamtablauf, je nachdem, ob gerade jemand tanzt, jemand ansetzt zum tanzen, jemand absetzt vom tanzen, jemand was erzählt, gesungen wird, der Solist gerade "das uns das" spielt, aufhört zu spielen usw. usf.
Da die Instrumente auch miteinander sprechen, sind die Variationen oft auch unter den Instrumenten abgestimmt: Wenn die Sangbañ das macht, macht die Dununba das....... Aber, bitte nicht denken, das Ganze sei irgendwie aufgeschrieben und Gesetz. Es gibt Regeln, auch wenn sie keiner ausspricht; sie können und werden allerdings auch gebrochen, auch wenn keiner bestraft wird (Die nachfolgende Generation von Musikern entwickelt meist eigene/neue Formen, die oft auch von den "Alten" abgelehnt werden. Obwohl sich die "Alten" unter Umständen daran erinnern, dass es ihnen genauso erging, als sie selbst die "Jungen" waren).

Wichtig ist, dass die Musik, dem gesamten Geschehen so dient, dass alle zufrieden sind.
Die Trommeln sprechen
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Manchmal kommt es auch in unseren Breitengraden dazu, dass ein Musiker zum anderen sagt: "Spiel mal deine Stimme!"

Wikipedia schreibt: Die Stimme (von althochdeutsch: stimma) ist
  • die Fähigkeit, das Vermögen, Töne und Laute zu erzeugen, siehe menschliche Stimme
also auch Instrumente haben Stimmen; manchmal muss man sie auch stimmen, damit der Klang stimmt. Stimmt´s?

Die Trommeln in Westafrika sagen auch etwas mit ihrer Stimme. Wer selber trommelt, kennt es vielleicht. Meist beim Wiederholen von Grundstimmen, bilden sich plötzlich Worte dazu, die zum Rhythmus und zur Klangfarbe der Töne passen. Wie weit das geht dokumentiert sehr schön eine Aufnahme von Famoudou Konate auf seiner CD: Hamana Mandenkönö (Audio CD - 2005). Der Titel: 06 - Könöwule II 2.mp3.( Ich hab ein ganz kurzes Stück davon bei den Musikbeispielen).

Aber auch bei dem Film
Foli über Mansa Camio und seinem Glauben: "Alles ist Rhythmus". Ab 4:40min
Tanzmukke
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In Westafrika dienen die Trommeln vordergründig als Musik zu der getanzt wird.

Am besten mal hier schauen: http://www.tamana.de/Die-Musik-der-Djembe/Tanz-und-die-Djembe-Trommel-Musik.html
Da hab ich einiges aus meinen Erfahrungen zusammengetragen.
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